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Wer einmal eine echte handgedruckte Papiertapete an der Wand gesehen hat, vergisst den Unterschied zu Industrietapete nicht mehr: Das Licht bleibt in der Farbe stehen, die Kanten des Siebdrucks werfen einen feinen Schatten, das Muster wirkt nicht gedruckt, sondern gemalt. Genau das liefert die Tapetenmanufaktur Hembus aus Groß-Bieberau im Odenwald – seit 1894, gedruckt auf einer historischen Julius-Maschine von Messerschmitt, in vielen Lagen von Hand, mit bis zu 72 Druckgängen pro Motiv.
Aber ehrlich: Eine Papiertapete ist kein Vlies. Sie wird eingekleistert, muss weichen und arbeitet beim Trocknen. Wer sie wie Vlies an die Wand klatscht, bekommt offene Nähte und Blasen. Wer sie richtig behandelt, bekommt eine Wand für Jahrzehnte.
Diese Anleitung ist genau dafür geschrieben: Untergrund vorbereiten, Bahnen zuschneiden, richtig einkleistern, kleben ohne Stress – und danach die passende Borte als oberen Abschluss, Fries oder Paneel-Rahmen setzen. Alles abgestimmt auf die Hembus Papiertapeten und Papiertapeten-Borten aus unserem Sortiment. Stand: 22. September 2026.
Hembus druckt auf hochwertigem europäischem Papier, ohne Vliesträger. Jede Rolle ist ein Handwerksstück mit Qualitätsstempel – und jedes Motiv stammt aus einem Archiv von über 800 historischen und zeitgenössischen Dessins, darunter Wiederherstellungen für Palais Darmstadt, die Burg Kronberg oder das Goethe-Haus.
Für Sie beim Kleben heißt das drei Dinge:
Planen Sie pro Wand in normaler Raumhöhe (2,40 – 2,60 m) inklusive Weichzeiten etwa 2 bis 3 Stunden zu zweit ein. Allein geht es auch, zu zweit ist es bei Papiertapete aber deutlich sicherer.
Bevor Sie Kleister anrühren: Entscheiden Sie das Wandbild. Bei niedrigen, dunklen Altbau-Fluren wirken kleinteilige Jugendstil-Blätter luftiger als große Empire-Draperien. Bei hohen Wänden mit Stuck brauchen Sie eine Borte mit Stand – also breiter als 20 cm.
Zwei Hembus-Klassiker zur Orientierung:
Direkt zu den Produkten: Hembus Tapete 586 Lübeck Jugendstil Orange und Hembus Tapete 1363 B Josephine Blau Biedermeier-Floral. Beide werden als Papiertapeten-Rolle geliefert und nach dieser Anleitung verarbeitet.
Legen Sie alles bereit, bevor die erste Bahn Kleister bekommt. Papiertapete wartet nicht.
Mengenregel: Eine Hembus-Rolle deckt je nach Rapport und Verschnitt erfahrungsgemäß 3 Bahnen bei 2,50 m Raumhöhe. Messen Sie Wandbreite geteilt durch Bahnbreite (auf dem Einleger angegeben), plus eine Bahn Reserve für Verschnitt und Rapport. Borten werden pro laufendem Meter gerechnet – immer 10 % für Ecken und Anschnitte zugeben.
Papier verzeiht keinen fleckigen Untergrund. Alte Leimfarbe, lose Alttapeten, Nikotin oder durchschlagende Holzstellen schlagen durch den Handdruck durch.
Raumtemperatur 18–22 °C, nicht heizen über 25 °C, Zugluft vermeiden. Papiertapete muss langsam und gleichmäßig trocknen, sonst öffnen sich die Nähte.
Das ist der Kern der ganzen Anleitung – hier unterscheiden sich Profis von Blasen und offenen Nähten.
Fehler, den fast alle einmal machen: Zu viel Schieben an der Wand. Die geweichte Bahn wird oben an der Deckenkante mit 5 cm Überstand angelegt, mit der Bürste von der Mitte nach außen angestrichen – und dann in Ruhe gelassen. Wer feuchtes Papier zieht, zieht das Muster krumm.
Lüften Sie nach dem Kleben nur stoßweise, heizen Sie nicht voll. Die Wand braucht 24–48 Stunden ruhige Trocknung.
Die Borte ist bei Hembus kein Deko-Streifen aus dem Baumarkt, sondern eine im gleichen Verfahren handgedruckte Papiertapeten-Borte. Sie fasst die Wand oben ein, trennt Tapete und Deckenweiß oder rahmt ein Paneel – und verdeckt sauber den oberen Schnitt der Bahnen.
So gehen Sie vor:
Welche Borte wofür? Als Faustregel: Feine Tapetenmuster vertragen kräftigere Borten, kräftige Tapeten brauchen ruhigere Borten.
Unsere drei Empfehlungen aus der Manufaktur:
Tipp aus der Werkstatt: Bestellen Sie für historische Räume immer erst eine Rolle bzw. einen Meter Borte als Muster an der Wand. Handdruck wirkt bei Abendlicht anders als im Katalog – und genau dafür ist er gemacht.
Gut geklebt hält eine Hembus-Papiertapete mit Borte ein bis zwei Jahrzehnte und länger – das ist der eigentliche Unterschied zur Schnellrenovierung: Sie tapezieren seltener, aber richtiger. Jede Rolle trägt den Qualitätsstempel der Manufaktur.
Kann ich Papiertapete auf alte Vliestapete kleben?
Nein. Altes muss runter, der Untergrund muss einheitlich saugend sein. Sonst zeichnen sich Kanten ab und die Weichzeit stimmt nicht.
Warum öffnen sich meine Nähte?
Fast immer: unterschiedliche Weichzeiten, zu stark geheizt oder Zugluft beim Trocknen. Alle Bahnen gleiche Minuten, Raum kühl und zugfrei trocknen lassen.
Blasen nach dem Kleben – alles falsch?
Nein. Kleine Blasen in feuchter Papiertapete ziehen sich beim Trocknen meist zurück. Nicht aufstechen, nicht nachdrücken. Erst nach 48 Stunden beurteilen.
Kann ich die Borte auch auf Putz oder Anstrich kleben?
Ja, das ist sogar der klassische Fall. Untergrund wie oben vorbereiten – sauber, fest, grundiert – Linie ziehen, Borte weichen lassen und setzen. Auf frischem Dispersionsanstrich mindestens 2 Wochen Trocknung abwarten.
Wie lagere ich Reste?
Trocken, dunkel und stehend. Ein Reststück pro Raum aufheben – für Ausbesserungen nach ein paar Jahren ist das Originalmuster Gold wert, gerade bei limitierten Vintage-Nachdrucken.
Papiertapete ist Handwerk zum Anfassen: Tisch aufstellen, Bahnen einteilen, einkleistern, weichen lassen, auf Stoß kleben – und zum Schluss mit der Borte die Linie ziehen. Wenn Sie diese Reihenfolge einhalten, ist Hembus nicht schwieriger als jede andere Papiertapete, nur schöner.
Starten Sie mit dem Motiv, das zu Licht und Möbeln passt, und planen Sie die Borte von Anfang an mit ein. Ob Lübeck Orange im Jugendstil oder Josephine Blau im Biedermeier, ob schmale Schwarzwald-Borte, breite Empire-Draperie oder Konsul Ochsler – alles kommt aus einer Manufaktur, aus einem Druckverfahren und passt handwerklich zusammen.
Hausgut-Tipp zum Schluss: Tapezieren Sie die Hauptwand zuerst bei Tageslicht. Die zweite Wandhälfte und die Borte sind dann reine Routine – und das erste gerade Stoß-Muster mit Handdruck-Glanz entschädigt für jede Minute Weichzeit.
Ab 45,00 € ist der Versand kostenlos. Darunter kostet er 8,00 €.
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